Wir sind noch einen weiteren Tag auf dem gleichen Campingplatz, müssen also heute unsere Zelte nicht abbauen. Logisch – wir wollen ja auch noch zum Kanufahren. Vorsichtshalber mieten wir uns die Kanus direkt für den ganzen Tag und starten dann gemütlich am Morgen zur Anmeldung. Es ist schon wieder bzw. eher immer noch so heiß, dass ich mich echt freue, dass das Rezeptionsgebäude, wo wir noch bezahlen müssen, durch Klimaanlagen quasi tiefgekühlt ist. Hier möchte man gerne länger bleiben…
Wir fahren mit dem Kanu in der Katherine Gorge aufwärts. Das ist eine Schlucht, in der nur bei starkem Regen das Wasser wirklich fließt. Sonst hat das Gewässer quasi keine Strömung, so dass wir ohne Probleme auf dem Hin- und Rückweg den gleichen Paddelaufwand einplanen können. Unterbrochen werden die Gewässer durch kleine natürliche Felsbrocken, über die man das Kanu tragen muss.
Anfangs ist das Kanufahren echt erfrischend. Wir machen einige Pausen und schwimmen auch ein wenig im Wasser, da es immer wieder kleine Strände gibt. Die einzelnen Abschnitte der Schlucht sind doch größer als ich gedacht hätte. Man muss – um überhaupt in die erste Schlucht zu kommen – schon einige Kilometer paddeln. Dort ist dann eine Treppe mit anschließender Sandstrecke über die man das recht schwere Kanu ein paar Hundert Meter weit zu schleppen hat.
Nach und nach finde ich eine etwas weniger anstrengendere Technik um mit dem Kanu vorwärts zu paddeln. Wir kommen bis in den dritten Abschnitt, kehren dort aber nach einer kurzen Mittags- und Schwimmpause wieder um. Immerhin müssen wir die Kanus zwischen zweitem und drittem Abschnitt deutlich weniger weit tragen. Auf dem Rückweg merke ich schon, dass ich einen ziemlich üblen Sonnenbrand an den Unterarmen und den Oberschenkeln bekomme. Und das, obwohl Urs uns gerade vor einem Sonnenbrand auf den Oberschenkeln explizit gewarnt hatte. Ich habe mich zwar mal neu eingeschmiert mit Sonnencreme, aber besonders weit her ist es mit der Wasserfestigkeit wohl doch nicht. Immerhin für mich erst der erste Sonnenbrand hier in Australien…
Nach der Rückkehr bin ich doch ziemlich platt. Den meisten Kanufahrern unserer Gruppe geht es allerdings nicht anders, so dass wir uns zum Rest der Gruppe gesellen, der sich (glaube ich jedenfalls) schon den ganzen Tag am Pool entspannt hat.
Gegen abend mache ich von den ersten Wallaby-Sichtungen nun noch meine Fotos und dann gibt es auch schon wieder Abendessen. Team 3 zaubert ein asiatisches Hähnchen mit Reis und höllenscharfer Soße. Manuel ist begeistert
Weil es nachts immer noch sehr warm ist (und bei mir durch das scharfe Essen auch nicht unbedingt eine Abkühlung zuteil wurde) lege ich mich mit einigen anderen noch an den wirklich sehr schönen Pool auf die Liegen.
In unser Zelt rein hat sich eine erste Ameisenstraße gebildet. Offenbar haben die Viecher einen toten Käfer im Visier und zerlegen ihn langsam. Ich entsorge erstmal den Käfer, und hoffe, dass sich so auch die Ameisen wieder verdrücken. Auch in die Essensboxen unserer Reisegruppe haben sich einige Ameisen reingeschlichen. Grmpf…